Studie zum Studie Informationsbedarf und zur Dokumentation in agilen Projekten veröffentlicht

Analyseergebnisse als Studie veröffentlicht

Aktuelle Studie veröffentlicht: Agile Methoden wie Scrum oder XP haben sich als Gegenentwurf zu dokumentationslastigen, traditionellen Prozessen in der Softwareentwicklung etabliert. Dokumentation spielt in agilen Ansätzen eine untergeordnete Rolle, da mehr auf direkte Kommunikation fokussiert wird. Doch können die Informationsbedürfnisse der Softwareentwickler in agilen Projekten befriedigt werden? Gibt es Dokumentation innerhalb agiler Projekte und wenn ja wofür?

Studie zum Informationsbedarf und zur Dokumentation in agilen Softwareprojekten

Diese und andere Fragen beantwortet die „Studie zum Informationsbedarf und zur Dokumentation in agilen Softwareprojekten“. Innerhalb der Analyse wurden Befragungen (Interviews und Workshops) bei zwei Pilotanwenderunternehmen aus dem Bereich Softwareentwicklung durchgeführt. Zusätzlich konnten 99 von 104 vollständigen Fragebögen einer Online-Befragung ausgewertet werden, wobei zwei Drittel der Teilnehmer in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) arbeiten und 81 Prozent der befragten Unternehmen kundenspezifische Softwarelösungen entwickeln. Außerdem wurde eine Tätigkeitsanalyse bei drei softwareentwickelnden KMU über eine Arbeitswoche hinweg, bei jeweils zwei Mitarbeitern, hinsichtlich der Verwendung der Arbeitszeit durchgeführt.

Die vorliegende Analyse lieferte ein umfassendes Bild des Informations- und Dokumentationsverhaltens in agilen Softwareprojekten. Als durchschnittliche Teamgröße konnten sechs Mitarbeiter ermittelt werden. Agile Ansätze nehmen einen hohen Stellenwert in den Softwareentwicklungsprojekten der im Online-Fragebogen Befragten ein („hoch“ und „sehr hoch“ zusammengefasst 80 Prozent), wobei eine Dominanz der Methode Scrum bei 70 Prozent der Befragten konstatiert werden kann.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass der Informationsbedarf sehr heterogen ausfällt. Die befragten Entwickler der Pilotanwender favorisieren gut strukturierte, verständlich/nachvollziehbare Dokumentationen, die mit einer zusammenfassenden Einleitung beginnen und mit Grafiken/Bildern/Diagrammen untersetzt sind.

Externe Informationsquellen (Internet) erscheinen wichtiger als interne bzw. werden häufiger genutzt. Bei den internen Quellen stellen die Kollegen die wichtigste Quelle dar (direkte Kommunikation). Die Softwareentwickler verbringen 7 Prozent ihrer Arbeitszeit mit der digitalen Informationssuche, wobei der persönlich eingeschätzte Zeitanteil höher ist, als der tatsächlich nachweisbare. Ungeplante Gespräche nehmen mit 22 Prozent den höchsten Teil der Arbeitszeit ein, gefolgt vom Bugfixing mit 18 Prozent, Testen inkl. Vorbereitung mit 14 Prozent und Programmieren mit 12 Prozent. Für die Dokumentation hingegen werden nur 3 Prozent der Arbeitszeit aufgewandt. Insgesamt nehmen die kommunikativen Tätigkeiten mit 35 Prozent einen sehr hohen Wert ein. Die Bruchstückhaftigkeit der Arbeit von  Softwareentwicklern zeigt sich in der durchschnittlichen Dauer einer Tätigkeit mit 03:27 Minuten. Somit findet ein ständiger Wechsel der Tätigkeiten statt.

Informationen aus vergangenen Projekten weisen eine gewisse Beständigkeit auf. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer der Online-Befragung (59 Prozent) schätzen die Gültigkeitsdauer von Informationen mittelfristig (1-3 Jahre) ein. Aktuell dokumentieren die Interviewten zeitnah nach der Fertigstellung einzelner Funktionen oder direkt parallel zur Entwicklung. Dabei lässt sich feststellen, dass die Dokumentation von Source-Code und Anforderungen/Bugs umfangreicher eingeschätzt wird, als die Dokumentation des Projektverlaufes, der Software(-Architektur) und der wichtigen Erfahrungen.

Diese Seite stellt einen Auszug aus der folgenden Veröffentlichung dar:
Voigt, S. (2016): Studie zum Informationsbedarf und zur Dokumentation in agilen Softwareprojekten. Magdeburg: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (Magdeburger Schriften zur Logistik).

Die Studie kann als PDF bei Herrn Voigt von der Otto-von-Guericke-Universität kostenfrei per Mail bezogen werden.

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