Analyseergebnisse auf der ESEM2016 vorgestellt

Ein Ausschnitt der Analyseergebnisse aus dem sprintDoc-Projekt werden auf dem 10. International Symposium on Empirical Software Engineering and Measurement (ESEM) vorgestellt. Am 8. September wird Herr Voigt von der Otto-von-Guericke-Universität das Paper mit dem Titel „A Study of Documentation in Agile Software Projects“ vorstellen. Schwerpunkt des Papers ist die Analyse des Informations- und Dokumentationsverhaltens von Softwareentwicklern. Dieses wurde sowohl bei den Pilotanwendern in den Interviews und der Tätigkeitsanalyse als auch im Rahmen der Online-Befragung herausgearbeitet.

Inhalte des Papers/Vortrags

Die Analyse lieferte ein umfassendes Bild des Informations- und Dokumentationsverhaltens in agilen Softwareprojekten. Als durchschnittliche Teamgröße konnten fünf bis sechs Mitarbeiter ermittelt werden. Agile Ansätze nehmen einen hohen Stellenwert in den Softwareentwicklungsprojekten der Befragten ein („hoch“ bis „sehr hoch“ zusammengefasst 80 Prozent). Dabei kann eine Dominanz der Methode Scrum bei 68 Prozent der Befragten konstatiert werden.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass der Informationsbedarf der Softwareentwickler sehr heterogen ausfällt und es kein eindeutiges Ergebnis zur Fokussierung auf eine oder wenige Informationsarten sinnvoll ergibt. Informationen aus vergangenen Projekten weisen eine gewisse Beständigkeit auf. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer der Online-Befragung schätzen die Gültigkeitsdauer von Informationen mittelfristig (1-3 Jahre) ein. Es scheint sich also zu lohnen bestimmte Informationen zu dokumentieren.

Innerhalb der Online-Befragung wurde der Dokumentationsumfang der einzelnen Informationsarten abgefragt, wobei die Angaben stark schwanken. Am wenigsten werden „Entscheidungen bzgl. Umsetzungsalternativen“, „Lösungswege und Anleitungen“ sowie „konkret umgesetzte Lösungselemente (Code-Fragmente)“ umfangreich dokumentiert. „Auftretende Fehler (Bugs)“ werden hingegen am meisten dokumentiert, gefolgt vom „Status der Abnahmen bzw. Change Requests von Funktionalität o. ä.“ . „Testinformationen (Testpläne und ergebnisse)“, „Wissen über die Anwendungsdomäne“, „Besonderheiten/Lessons Learned“, „Gesamtbild als Architektur/ Design-Modell“, „Zentralen (auch nicht-funktionalen) Anforderungen“ sowie „Projektüberblick mit Zielstellung“ liegen dabei im Mittelfeld. Mit Ausnahme der Informationsinhalte zu „Lösungswegen und Anleitungen“ sowie „Konkret umgesetzten Lösungselemente (Code-Fragmente)“ konnte ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen dem Dokumentationsgrad und der Zufriedenheit mit der jeweiligen Information nachgewiesen werden.

Das Paper mit dem Titel „A Study of Documentation in Agile Software Projects“ ist inzwischen in der Digital-Library der ACM zugänglich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.